Was ist Psychologische Behandlung/Psychotherapie?

 

Psychotherapie ist ein aus dem Griechischen stammendes Wort und bedeutet: die Seele (psyche) behandeln (therapein). Die Grundlage einer psychologischen Behandlung bzw. Psychotherapie bilden daher die Kenntnisse und Erfahrungen über seelisches Funktionieren. Diese werden in einem wissenschaftlichen Studium der Psychologie an einer Universität vermittelt. Deswegen geht es nicht ohne dieses Diplom. Ohne dieses Wissen über Seelisches würde der Psychotherapeut einem Arzt gleichen, der ohne Kenntnisse der Anatomie drauflosschneidet. Man sollte schon ein Bild oder einen Film psychologisch untersuchen können, bevor man sich an die Psychotherapie eines Menschen wagt, die in einer psychotherapeutischen Zusatzfortbildung vermittelt wird.

Da das Seelische nur in seinen Ausdrucksformen faßbar ist, muß man zu seiner Behandlung auch auf diese zurückgreifen bzw. sich auf diesen Weg einlassen. Grundsätzlich könnte man jede Ausdrucksform, also auch Sich-bewegen, Malen, Musik machen usw. verwenden. Aus Gründen der Ökonomie hat sich vor allem die Benutzung der Sprache durchgesetzt.

 

Die Probleme zur Sprache bringen,

darum geht es also in der Psychotherapie und das "Zur-Sprache-Bringen" ist hier nicht nur als Reden, sondern im erweiterten Sinne zu verstehen, also auch unter Einschluß aller Gefühle und anderer Ausdrucksformen (auch in der Gestik z. B. wird etwas zur Sprache gebracht). "Zur-Sprache-Bringen" heißt auch mehr als eine (erste) Schilderung der Probleme, sondern sich auf einen Prozeß einzulassen, der Zeit braucht. Die erzählten Geschichten sind wie Puzzlestücke, aus denen erst nach und nach ein Bild entsteht. Psychotherapie kann man durchaus mit dem Malen eines Porträts vergleichen.

Von daher ist die Hauptregel der Psychotherapie abgeleitet:

Hier soll alles gesagt werden, was in den Kopf kommt, auch wenn es peinlich oder unpassend erscheint, also nicht wie in einem Alltagsgespräch, sondern eher wie in einem Selbstgespräch.

Diese Hauptregel braucht eine Komplementierung durch die Schutzregel:

Was in der Therapie zur Sprache kommt, soll nicht nach außen getragen werden.

Das Ganze findet im Rahmen von fest vereinbarten Terminen über einen bestimmten (und begrenzten) Zeitraum statt. Also vergleichbar wie in einem Sprach- oder Musikkurs findet in einer Psychotherapie ein "Seelenkurs" statt. Sigmund FREUD hat von einer "Sprechkur" gesprochen, womit er eine treffend paradoxe Formel gefunden hat.

 

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